Karli Heide

Alterswehwehchen bei Tieren

In diesem Blog möchte ich zwei Erkrankungen vorstellen, die zu Alterswehwehchen bei Tieren führen. Hunde und Katzen sind hiervon besonders betroffen. Aber auch Kleinsäuger und Vögel leiden daunter.

Es handelt sich um die Arthrose und die Spondylose (Spondylarthrose). Beide Erkrankungen kommen leider auch bei jüngeren Tieren vor, welches ich in meiner Sprechstunde immer wieder erlebe.

Die Arthrose

Zehengelenksarthrosen bei einem Cockerspaniel

Zehengelenksarthrosen bei einem Cockerspaniel

Bei der Arthrose handelt sich um eine Gelenk-Knorpel-Degeneration bis hin zur Zerstörung  der Gelenkoberfläche. Auch weitere Strukturen wie die Gelenkflüssigkeit, die Gelenkkapsel und die Bänder sind von der Arthrose betroffen. Es gibt die primäre Arthrose, bei der keine auslösenden Gründe ursächlich sind und die sekundäre Arthrose, für die auslösende Faktoren in Frage kommen.

Auslösende Risikofaktoren können sein:

  • Alter
  • Rasse
  • Geschlecht
  • Körpergewicht
  • Mechanische Beanspruchung
  • Fehlstellung der Gliedmaßen

Weitere Faktoren, die das Gelenk direkt schädigen:

  • systemische Erkrankung
  • Trauma
  • Alter
  • Gelenkerkrankung
  • Geschlecht
  • Entzündliche Gelenkerkrankungen

(Quelle: Lahmheit beim Hund; Brunnenberg, Waibl, Lehmann; 2014)

 

Symptome der Arthrose

Etwa 15% aller Hunde leiden an Arthrose, das bedeutet ca. 1 Million Hunde. Das Hauptsymptom bei der Arthrose ist der Gelenkschmerz, der eine Reihe von Ursachen hat. Die vermehrte Belastung des Gelenks, Knorpelschäden, die Freisetzung von Entzündungsmediatoren, die Zunahme der Schmerzempfindlichkeit und Abnahme der Bewegungsaktivität sowie die Muskelatrophie führen letztendlich zum Schmerz.

Untersuchung der Arthrose

Bei der Voruntersuchung ist es für mich wichtig, wie sich das Beschwerdebild äußert. Viele Hunde, die an Arthrose leiden, zeigen einen Anlaufschmerz und laufen sich dann häufig ein. Die Symptome verstärken sich bei Nässe und Kälte.  Die Hunde springen nicht mehr gerne ins Auto und mögen Treppen nicht mehr hoch- oder herunterlaufen.

Bei der Lahmheitsuntersuchung werden die einzelnen Gelenke auf Schmerzhaftigkeit und Beweglichkeit abgetastet. Muskulatur, Weichteile und die Gelenkfüllung werden untersucht. Dem schließt sich in der Regel eine Röntgenuntersuchung an.

Die Erkrankung wird in unterschiedliche Schweregrade eingeteilt: geringgradig, mittelgradig und hochgradig oder Grad O-IV. In einigen Fällen ist eine weitere Diagnostik mittels Computertomographie nötig, um weitere Erkrankungen bzw. Ursachen zu untersuchen.

Info: Die Arthrose kann in allen Gelenken vorkommen. Häufig finden wir sie in der Schulter, dem Ellbogen, dem Handgelenk, den Zehengelenken, der Hüfte, dem Knie und dem Tarsalgelenk.

Behandlung der Arthrose

Die Behandlung muss mit dem Tier, dem betroffenen Gelenk und den Umständen abgestimmt werden. Sie kann darin bestehen, Schmerzmedikamente zu verabreichen. Außerdem sind Physiotherapie- oder Osteopathie ebenfalls eine gute Möglichkeit, um die Schmerzen zu lindern. Übergewicht sollte gezielt reduziert werden. In einigen Fällen von Arthrose sind Gelenkinjektionen oder Operationen angezeigt. Spezielle Präparate mit Grünlippenmuschelextrakten, Glukosaminoglykanen und Hyaluronsäure können gefüttert werden.

Die Spondylose

Spondylosen bei einem Retriever

Spondylosen bei einem Retriever

Spondylosen bei einem JRT

Spondylosen bei einem JRT

Die Spondylose ist eine chronisch verlaufende Erkrankung der Wirbelsäule. Es bilden sich Spangen oder kleinere Sporne an den Wirbelkörpern. Durch diesen Vorgang wird die Wirbelsäule steif, und eventuell werden Nerven, die seitlich aus der Wirbelsäule austreten, eingeengt.

Häufig kommt dies familiär bedingt beim Boxer und Schäferhund vor, sowie beim Airedale Terrier, Cocker Spaniel, Deutsche Dogge, Pudel und Teckel. Die Spondylose betrifft zusätzlich ältere große Hunden. Insbesondere bei kurznasigen/brachycephalen Rassen werden diese Veränderungen ebenfalls beobachtet, sowie bei Katzen.

Bei einigen Patienten hat diese Erkrankung keine Relevanz. Die Symptome können ein steifer Gang sein, Probleme beim Hinsetzen, Aufstehen und Hinlegen, nicht mehr ins Auto springen und vermeiden von bestimmten Bewegungen oder kein Spielen mehr mit anderen Hunden. In einigen Fällen kann es zu Lähmungserscheinungen kommen.

Eine seitliche Röntgenaufnahme der Wirbelsäule gibt Aufschluss über die Erkrankung.

Die Therapie ist in der akuten und schmerzhaften Phase mit Schmerzmitteln möglich, eventuell ist dies über die Phase hinaus notwendig.
Physiotherapie und/oder Osteopathie sind zur Unterstützung sinnvoll. Lauf- und Stopp-Spiele oder Sprünge sollten vermieden werden. Zudem muss auf das Gewicht geachtet werden.