Katze mit FORL-Röntgenbild

FORL – das Damoklesschwert über der Katze

FORL Zahnerkrankungen sind ein großes Problem bei der Katze.

Katzen leiden still. Meist fällt erst in fortgeschrittenem Stadium auf, dass sie veränderte Zähne haben. Etwa 70% der Katzen leiden an FORL (Feline Odontoklastische Resorptive Läsionen) – eine entzündliche Auflösung der Zahnsubstanz – früher auch „Necklesions“ oder „Katzenkaries“ genannt. Allerdings ist es keine Karies im klassischen Sinne, da ein ursächlicher Erreger fehlt.

Das Dentin (Zahnbein) löst sich auf. Der Schmelz bricht darüber ein. Die Pulpa und damit der Zahnnerv liegen frei, was erhebliche Schmerzen verursacht. Je nach Schweregrad werden die Erkrankung in 5 Stadien eingeteilt.

 

Es gibt zwei verschiedene Typen

Typ 1 bedeutet, dass trotz Auflösungen der Zahnsubstanz der Parodontalspalt erhalten ist. Diese Zähne müssen komplett mit allen Wurzelresten entfernt werden.

Bei Typ 2 ist der Zahn durch ein knochenähnliches Gewebe ersetzt, welches im Knochen eingemauert ist. Es ist kein Parodontalspalt mehr vorhanden. Diese Zähne können nicht gezogen werden. Hier wird eine Kronenamputation durchgeführt, wobei die „Zahnwurzel“ im Knochen verbleiben.

In einigen – insbesondere fortgeschrittenen – Fällen kann FORL schon bei der Betrachtung der Zähne festgestellt werden. Allerdings sieht man dabei nur die obere Zahnhälfte – sozusagen die Spitze des Eisbergs. Im Anfangsstadium oder wenn nur die Wurzeln betroffen sind, ist ein dentales Röntgenbild zur Diagnosestellung unbedingt notwendig. Deshalb gehört ein dentales Röntgenbild zur Erhebung des Zahnstatus unbedingt dazu. Es gibt Untersuchungen, bei denen makroskopisch gesunde Zähne bei einer an FORL erkrankten Katze ebenfalls mikroskopische Auflösungsvorgänge zeigten. D.h. dass zumeist das gesamte Gebiss betroffen ist.

 

Therapie

Die Behandlungsmethoden einer FORL haben sich in den letzten Jahren sehr geändert. Was früher „gezogen, abgeknippst oder ausgebohrt und dann offen gelassen“ wurde, wird heute chirurgisch komplett entfernt. Hierzu eignet sich besonders gut die Flap-Methode, bei der das Zahnfleisch abgeklappt und der Knochen über dem Zahn aufgebohrt wird. Danach wird die Wunde gereinigt, und das Zahnfleisch mit einer Naht verschlossen.

Die Sanierung eines kompletten Gebisses kann schon mal an die 2 Stunden dauern. Hierfür sind ein gut eingespieltes Team, dentales Röntgen, ein sicheres Narkoseregime (inklusive venösem Zugang, Intubation, Inhalationsnarkose und Überwachung der Vitalparameter und ausreichende Wärmezufuhr) und eine Dentaleinheit (mit Turbine) unbedingt notwendig. Leider hat das Alles auch seinen Preis. Dies Kosten können schnell mal auf 500-600 Euro ansteigen.

Aber es lohnt sich! Katzen, die aufgrund ihres vermeintlichen Alters ruhiger wurden, Gewicht abnahmen und sich immer mehr zurückzogen, sind oft schon direkt nach der Zahnsanierung lebendiger und fressen wieder richtig gut. Es ist ja auch kein Wunder, wenn man sich vorstellt, dass diese Tiere schon seit Monaten oder sogar Jahren permanente Zahnschmerzen hatten.

Schon als Kind wollte ich Tierärztin werden. Ich fühlte schon immer eine starke emotionale Verbindung zu allen Lebewesen.

Außerdem bin ich ein leidenschaftlicher Rätsellöser – kein Sudoku wandert bei uns ungelöst in den Papierkorb. 😉

Mein Beruf ist unglaublich abwechslungsreich und spannend. Einige Erlebnisse und Erfahrungen möchte ich in den Blogs weitergeben. Viel Spaß beim lesen