FAQs Vogelgrippe (Geflügelpest)

Wer ist der Erreger?

Das Influenza A-Virus ist ein behülltes RNA-Virus und gehört zu den Orthomyxoviren.

Es gibt mehrere Stämme, die unterschiedlich ansteckend und krankmachend sind.

Zu den besonders gefährlichen gehören der H5N1- und der neue H5N8-Stamm.

Wer erkrankt?

Hühner und Puten sind sehr empfänglich, aber auch andere Vögel erkranken an der Vogelgrippe. Insbesondere Enten gelten als Überträgertiere. 

Ob Menschen und Säugetiere sich anstecken, ist theoretisch denkbar, aber nicht bewiesen. Am Stamm H5N1 erkrankten auch Menschen, Hausschweine, Groß- und Hauskatze. 

Beim Hund konnte bisher noch keine Infektion nachgewiesen werde.

Wie wird das Virus übertragen? 

Das Virus wird über alle Köpersekrete und -exkrete ausgeschieden. Es gilt als hochansteckend und wird als Tröpfcheninfektion übertragen. Entweder direkt von Tier zu Tier oder indirekt über Gegenstände (z.B Schuhe, Kleidung, Einstreu). 

Wildvögeln zugängliche Wasserstellen gelten als besonders gefährlich.

Die Inkubationszeit beträgt wenige Stunden bis drei Wochen. 

Was sind Krankheitsanzeichen?

Viele Tiere  versterben perakut ohne jegliche Krankheitsanzeichen. Typische Symptome bei Hühnern sind hohes Fieber, Atemnot, blaue Kopfanhänge, Kropfödem, grüner Durchfall und Gleichgewichtsstörungen. Nahezu alle erkrankten Tiere sterben. 

Eine Therapie gibt es nicht.

Was wird gegen die Vogelgrippe unternommen?

Bei der Vogelgrippe handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche, d.h. dass das Veterinäramt Maßnahmen gegen die Weiterverbreitung anordnet. Diese sind in der Geflügelpest-Verordnung von 2007 geregelt. Bei Bekanntwerden einer Erkrankung werden Sperrbezirke im Umkreis von 3 km und für die Dauer von 21 Tagen und Beobachtungsbereiche im Umkreis von 10 km für 15 Tage errichtet. 

Hier gelten Auflagen wie die Tötung und unschädliche Beseitigung der Vögel innerhalb des betroffenen Betriebs, Vermeidung von Publikumsverkehr, bestimmte Desinfektionsmaßnahmen, regelmäßige Probenentnahmen und die Aufstallungspflicht. Mehr unter Tierseucheninfo

Dies gilt sowohl für große Geflügelbestände, als auch für Hobbyhaltungen. Die Vögel müssen im Stall verbleiben, damit sie sich nicht bei Wildvögeln anstecken. Insbesondere Wasserstellen müssen vor Wildvögeln geschützt werden (Überdachung, engmaschige Einzäunung). 

Für viele Halter stellt die Stallpflicht eine Herausforderung dar, da die Tiere – plötzlich auf engem Raum zusammengepfercht – aggressiv werden können und Kannibalismus betreiben. Vor allem bei Gänsen, die zumeist frei gehalten werden, besteht diese Gefahr. Tierhalter sollten versuchen, den Tieren Beschäftigungsmöglichkeiten (Spielzeug, unterschiedliches Futter wie Rote Beete, Salate) anzubieten.

Gibt es eine Impfung?

Ja, aber sie ist aus seuchenhygienischen Gründen nicht ratsam, da das Augenmerk auf der Elimination des Erregers liegt. 

Durch eine Impfung können zwar die Krankheitssymptome verringert oder vermieden werden, aber die Vögel scheiden das Virus dennoch aus. 

Ausserdem ist es nicht möglich zu erkennen, ob das Tier Antikörper von einer Infektion oder durch eine Impfung entwickelt hat. Hier wird zur Zeit an der Entwicklung eines Marker-Impfstoffs geforscht.


Wie ist die Verbreitung?

Ein Influenza A-Virus wurde erstmals Ende des 19. Jahrhunderts in Italien isoliert. In immer wiederkehrenden Seuchenzügen verbreitete sich die Vogelgrippe weltweit. 

Der H5N8-Stamm trat 2014 in Japan in Erscheinung. In jüngster Zeit wurde er in Polen, Kroatien, Ugarn und am Bodensee gefunden.

Am 8.11.2016 erkrankten Wildvögel am Plöner See. Am 10.11. wurde eine verendete Reiherente in Mecklenburg-Vorpommern gefunden. Gefolgt von einer Putenzucht bei Lübeck am 11.11.

Am 12.11. konnte das Virus in einem Hühnerbetribe mit 30.000 Tieren nachgewiesen werden. Hierbei handelte es sich um einen geschlossenen Betrieb, d.h. die Tiere hatten keinerlei Kontakt zu Wildvögeln.


Was muss ich im täglichen Umgang beachten?

Tote oder kranke Wildvögel sollten beim zuständigen Ordnungsamt gemeldet werden.

Hundehalter sollten Wasserstellen meiden, und Hunde an der Leine führen.

Wasserstellen sollten gemieden werden.

Kein Verzehrt von rohen Geflügelprodukten. Erhitzen von Geflügelfleisch auf 70°C für 2 Minuten. Eier 6 Minuten kochen.