Megabakteriose Going-light-Syndrom (GLS)

Bei den sogenannten „Megabakterien“ handelt es sich um Hefepilze,

die den Magen-Darm-Trakt, inklusive des Kropfes kleinerer Papageien- und Finkenvögeln besiedeln.

Besonders häufig sind Wellensittiche betroffen.

Die korrekte Bezeichnung lautet Macrorhabdus ornithogaster. Sie wurden früher den Bakterien zugeordnet.
„Megabakterien“ kommen auch bei gesunden Vögeln vor.

Der Einfluss von Stress, Haltungsbedingungen und/oder anderen Grunderkrankungen (Tumor, Infektionen) scheint eine entscheidende Rolle beim Ausbrechen der Krankheit zu spielen.

Erkrankte Vögel sind ruhig, zeigen ein gesträubtes Gefieder und fressen oft sehr viel.

Der Kot der Vögel ist weich-flüssig und grünlich, z.T. werden unverdaute Körner ausgeschieden.

Einige Vögel zeigen Würgen und Erbrechen.
Trotz erhöhter Futteraufnahme nehmen die Tiere ab, deshalb wird die „Megabakteriose“ auch als Going-light-syndrom (Leichterwerden) bezeichnet.

Erst im Endstadium stellen die Tiere die Nahrungsaufnahme ein und sterben letztendlich an Auszehrung und Schwäche.

Die Diagnose erfolgt durch den Nachweis der Erreger im Kot mit einem Phasenkontrast-Mikroskop oder einer speziellen Färbung.

Da die  „Megabakterien“ nicht permanent ausgeschieden werden, ist ein negativer Befund kein Ausschlußkriterium.

Eine Anzucht auf üblichen Pilznährböden ist nicht möglich.
Im Röntgenbild ist der Drüsenmagen erweitert und luftgefüllt.

Eine Therapieversuch erfolgt mit Amphotericin B (Amphomoronal) 3-4 Wochen.
Zudem sollte kein zuckerhaltiges Futter mehr gefüttert werden (Knabberstangen, Obst,…).
Die Gabe von Thymiantee als Trinkwasser wird empfohlen.

Die Behandlung drängt zwar oft die „Megabakterien“ zurück“ und die Krankheitssymptome verschwinden.

Eine Erregerelimination kann jedoch nicht erreicht werden. Rückfälle kommen vor.