Staupe Fuchs in Region Hamburg

Staupe Fuchs in der Region Hamburg

Am 03.05.2019 wurde bekannt, dass ein Staupe Fuchs in der Region Hamburg bei Glinde vorgekommen ist. In den letzten fünf Wochen mussten 3 weitere Jungfüchse erlöst werden, bei denen ebenfalls der Verdacht einer Infektion mit Staupe bestand.

Schon 2016 und 2018 wurden in Schleswig-Holstein verendete oder schwer erkrankte Füchse gefunden, die Staupe-positive waren.

Waschbär

Was ist Staupe?

Eine durch ein Morbillivirus ausgelöste Erkrankung. Das Virus ähnelt dem humanen Masernvirus und befällt Atmungs- und Magen-Darm-Trakt und/oder das Zentrale Nervensystem (ZNS).

Es war früher eine der verlustreichsten Junghunderkrankungen. Nach der Einführung des Impfstoffes in den 60er Jahren wurde sie stark zurückgedrängt.

Heutzutage tritt sie wieder auf, vor allem bei ungeimpften Importhunden aus dem Ausland.

 

Welche Tiere können sich anstecken?

Hunde, Dachse, Wiesel, Marder, Frettchen, Waschbären und der Wolf.

Marder

Für den Mensch besteht keine Gefahr.

Die Ansteckung erfolgt über alle Se- und Exkrete (Speichel, Urin, Kot, Augen-und Nasensekret).

Der Erreger ist in der Umgebung nicht lange infektiös. Er lässt sich durch übliche Desinfektionsmittel abtöten. Wohingegen er gegenüber Austrocknung und Kälte recht widerstandsfähig ist.

Die Inkubationszeit beträgt 3-7 Tage.

Dachs

Anzeichen für eine Staupe-Infektion

Hohes Fieber bis zu 41°Celsius, Nasenausfluss, Erbrechen, Durchfall.
Befällt das Virus „nur“ Atemwege und Magen-Darm-Trakt ist die Prognose beim Hund günstiger. Bei Füchsen und Mardern verläuft sie dennoch meist tödlich.

Prognostisch deutlich schlechter ist der Befall des Nervensystems. Symptome wie Bindehautentzündung, Entzündung der Regenbogenhaut, Entzündung des Sehnerves, Schiefe Haltung des Kopfes, Nystagmus (Unkontrollierte Augenbewegung), Lähmungserscheinungen und Zittern „Staupetick“ treten auf.

Bei älteren Hunden beobachtet man die sogenannte „Old Dog Encephalitis“, eine chronisch fortschreitende Erkrankung des zentralen Nervensystems.

Der Nasenspiegel und die Fußballen können stark verhornen „Hard Pad Disease“.

Erfolgt die Infektion während der Zahnbildung, bleibt als Langzeitschaden ein „Staupegebiss“, bei dem es zu einer Schmelzhypoplasie mit braune Läsionen kommt.

Die Sterblichkeit einer Staupe Infektion liegt bei 30-80%.

 

Wie wird Staupe diagnostiziert?

Die Diagnose ist schwierig. Der Grund dafür ist eine nicht mögliche Differenzierung, ob Antikörper gegen Staupe von einer Infektion oder durch eine Impfung stammen.

In der frühen Infektionsphase wird das Virus in Tupferpräparaten von Bindehäuten, Mandeln und Nasenspiegel gefunden. Später dann durch eine Spülprobe aus der Luftröhre. Auch in Hautbiopsien wird es nachgewiesen.

Das Virus ist im Blut nur während der sogenannten virämischen Phase nachweisbar. Am lebenden Tier ist der Erregernachweis im Liquor (Hirnwasser) am aussagekräftigsten.

Nach dem Tod wird das Virus bzw. dessen Entzündungsbild durch einen Pathologen in den Organen nachgewiesen.

 

Gibt es eine Therapie?

Nein! Die Staupe kann nur symptomatisch behandelt werden, ein Medikament zur Elimination der Erreger gibt es nicht.

 

Staupe Fuchs in der Region Hamburg – Wie kann ich meinen Hund schützen?

Einzige Möglichkeit: Impfen!

Die StIKoVet (ständige Impfkomission der Tierärzte) empfiehlt eine Impfung im Alter von 8, 12 und 16 Wochen und 15 Monaten. Ab dann wird die Impfung alle 3 Jahre aufgefrischt. Es gibt Impfstoffhersteller (z.B. Versican DHP, den auch wir verwenden), die nach einer einmaligen Impfung nach der 12. Lebenswoche einen dreijährigen Impfschutz garantieren.