Trichomonadose – eine der unterdiagnostiziertesten Erkrankungen beim Wellensittich

Leider werden uns immer wieder zumeist schon vorbehandelte junge Wellensittiche mit Abmagerung, Durchfall und Erbrechen vorgestellt. Die bisherige Diagnose „Kropfentzündung“ und Behandlung mit Antibiotika brachte keinen Erfolg. Mit Hilfe einer einfachen Kropfspülprobe (etwas Kochsalzlösung wird mit einer Knopfsonde in den Kropf gespült und wieder abgesaugt) kann der Erreger leicht identifiziert werden.

Trichomonaden sind tropfenförmige Geißeltierchen (Flagellaten), deren Schwimmbewegungen unterm Mikroskop leicht erkannt werden können. Die Altvögel infizieren ihre Nestlinge über die Kropfmilch. Auch unter erwachsenen Wellensittichen erfolgt die Übertragung durch gegenseitiges Füttern oder übers Trinkwasser. Ältere Vögel können Träger sein, selbst aber nicht erkanken. 

Die Geißeltierchen besiedeln zunächst die Rachen- und Kropfschleimhaut und können im fortgeschrittenen Stadium den gesamten Magen-Darm-Trakt befallen. Sie bilden gelbliche diphtheroide Beläge und können massive Schleimhautschäden verursachen.

Symptome für eine Trichomonadose sind Hochwürgen von stinkendem Schleim, verklebtes Kopfgefieder und vergrößerter Kropfbereich.

Rechtzeitig erkannt und behandelt, besteht eine gute Heilungschance. Im fortgeschrittenen Stadium kommt oft jede Hilfe zu spät, und die Tiere versterben trotz intensiver Behandlung.

Es ist sinnvoll, jeden neuen Vogel bei einem vogelkundigen Tierarzt durchchecken zu lassen. Dazu gehören selbstverständlich die mikroskopische Untersuchung einer Kropfspülprobe und der Faeces (Kot und Harn).